Neue Möglichkeiten

Im Moment sind LIVE-Auftritte leider (fast) unmöglich. Musiker sind verzweifelt. Wie sieht die Zukunft aus? Haben wir ein Zukunft? Darum ist es an der Zeit, neue Wege zu finden, um unsere Musik miteinander teilen zu können. Jetzt, wo alles viel mehr in der digitalen Welt stattfindet, ist das Heimstudio vielleicht eine Lösung. Wir können unsere Musik aufnehmen und in soziale Medien teilen. Das ist zwar nicht das gleiche wie ein Live-Auftritt, aber es ist immerhin eine Möglichkeit, dein Publikum zu erreichen. Aber was braucht man eigentlich, wenn man ein gutes Produkt herstellen und dem Publikum senden möchte? Hier meine Erfahrungen:

Erforderliches:

Ein gutes Mikrofon. Am liebsten ein Großmembran-Kondensatormikro. Am Anfang habe ich ein einfaches Shure SM58 benutzt, ein dynamisches Mikro (Shure SM58), das man auch auf der Bünhe verwendet. Das Großmembranmikro hat eine wesentlich bessere Qualität geliefert als dieses einfache SM58. Es gibt Kondensatormikros in allen Preiskategorien. Von 50€ bis 2000€. Man sollte sich über die gewünschte Aufnahmequalität Gedanken machen und was man überhaupt aufnehmen möchte: Ein Brauner Phantom Classic ist zwar ein wunderschönes Mikro, aber wenn die restlichen Teile der Aufnahmekette nicht derselben Qualität (und dem Preis!) entsprechen, ist es schade, so viel Geld für ein Mikro auszugeben. Da hörst du in der Aufnahme nicht, was das Mikro dir geben könnte, weil das restliche Equipment nicht die gleiche Empfindlichkeit verarbeiten kann.

Ein Audio-Interface. Das Interface sorgt dafür, dass das Signal des Mikros in ein Digitalsignal umgewandelt wird, welches zum Rechner geschickt werden kann. Weiterhin ist es ein kleiner Verstärker, der dem schwachen Signal des Kondensatormikofons ein wenig Kraft gibt, bevor es an den Rechner gesendet wird. Denke im Voraus über die gewünschte Kanalanzahl beim Aufnehmen nach. Nimmst Du alles Schritt für Schritt auf, eine Stimme nach der anderen? Dann reicht ein Interface mit nur einem Eingang aus. Möchtest Du Stereo-Aufnahmen machen, wobei der live gespielte Flügel im Stereo aufgezeichnet wird? Entscheide dich dann für ein Zwei-Kanäle-Interface. Willst Du dein ganzes Ensemble mit einer Spur pro Sänger oder Spieler aufnehmen? Wähle dann auf deinem Interface mehr Eingänge. Für mich reichen im Moment zwei Eingänge für die Sachen, die ich mache.

Einen ziemlich schnellen Rechner oder Laptop, um die Aufnahmen aufzuzeichnen.

Ein DAW-Programm (Digital Audio Workstation), um das aufgezeichnete Signal bearbeiten, perfektionieren und speichern zu können. Und um es – das ist ja klar- danach wieder abspielen zu können. Es gibt eine ganze Reihe von DAW-Software. Für manche muss man bezahlen, manche stehen kostenlos zur Verfügung. Ich persönlich arbeite mit Cubase, einem professionellen Programm, aber auch Pro-Tools und Logic sind viel verwendete Software-Pakete. Diese Software ist nicht kostenlos, aber auch im Freeware sind einige hilfreiche Programme zu finden (Audacity). Weil die professionellen Programme viele Bearbeitungsmöglichkeiten bieten, sehen sie am Anfang ziemlich kompliziert aus, aber Übung macht den Meister!

Eine externe Festplatte. Jede Aufnahme enthält große Dateien. Und es ist sehr hilfreich, diese auf einer externen Festplatte zu speichern. So schonst Du die Speicherkapazität der internen Festplatte des Rechners. Mit Aufnahmen ist sie schneller voll, als Du denkst!

Social Media. Um deine Musik zu veröffentlichen, brauchst Du unbedingt Zugang zu Social Media. Ein Account bei Youtube oder Soundcloud ist sehr wichtig. Weiterhin ist ein LinkedIn- ein Facebook- oder Instagram-Account sehr hilfreich.

Das Allerwichtigste: ein guter Geschmack, gute musikalische Ideen und gute Ohren. Geschmack und Ideen werden deine Musik von den tausend andere Ideen unterscheiden, die täglich im Internet erscheinen. Deine Ohren entscheiden letztendlich, ob Du ein Produkt mit guter Qualität ins Internet stellst.

Innovation

Alle, die in der Veranstaltungs-/Kulturbranche tätig sind, sehnen sich danach, wieder live auftreten zu dürfen. Leider ist das in den kommenden Monaten noch nicht absehbar. Aber trotz allem konzentrieren wir uns auf die positiven Seiten der Musik. Die Innovation der Branche in den letzten zwölf Monaten ist sehr hoffnungsvoll für die Zukunft.

Neugierig auf einen Bericht über Auftritte in Zeiten von Corona? Den findest Du hier.

Viel Spaß beim Aufnehmen!

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